Weihnachtlicher Artikel über Fruitcake & Eggnog in der Nordsee Zeitung

Ein süßes Früchtchen für kalte Wintertage

 

Was für die Nordlichter in der Adventszeit der Bremer Klaben oder Christstollen aus Dresden auf der Kaffeetafel ist, wird im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gern als sogenannter Fruitcake von den Amerikanern vernascht: Ein saftiger Früchtekuchen, der ganz ohne Backpulver auskommt. Michaela und John Reinhardt aus Wremen verwöhnen Naschkatzen in Bremerhaven und umzu seit sieben Jahren mit selbstgebackenen Keksen, Brownies und Co. nach US-amerikanischem Vorbild. Für uns öffnet das Paar die Türen der weihnachtlichen Backstube und lässt sich über die Schultern der Früchtekuchenherstellung schauen.

 

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Wremen. Klatsch, Blitz und Klick! Eine dicke Wolke aus mikroskopisch kleinen Mehlkörnchen wabert als Wolkenfetzen durch die Backstube von Michaela Reinhardt (48) und verhüllt den nach Zimt und Keksduft getränkten Raum. Ein weißer Schleier bedeckt sogleich Rührschüsseln und Rezeptbuch auf dem Backtisch. „Was für eine Sauerei“, muss die leidenschaftliche Keksbäckerin aus Wremen an diesem Dezembernachmittag gedacht haben, als der Fotograf sie in die mit Mehl bestäubten Hände applaudieren lies. „Großartig“, sagt Michaelas Ehemann John, nachdem er schmunzelt das entstandene Bild auf dem Kameradisplay betrachtet.

„Backen und neue Rezepte ausprobieren ist meine große Leidenschaft“, erklärt Michaela, mit noch bemehlter Backschürze und einem Lächeln auf den Lippen.

 

Aktuell zur Weihnachtszeit laufe bei den Reinhardts das Geschäft mit den süßen Naschereien auf Hochtouren. Seit vergangenem Jahr ist auch der amerikanische Früchtekuchen, genannt Fruitcake, im Programm der Wremer Keksbäckerei. John, der gebürtige US-Amerikaner, erinnert sich: „Früchtekuchen gab es in meiner Kindheit immer an Weihnachten.“ Das spezielle an dieser winterlichen Nascherei liegt vor allem in den Zutaten, erklärt Michaela. Getrocknete Früchte der Saison getränkt in Rum oder Orangensaft umschließen einen Teig, der ganz ohne Backpulver auskommt. „Fruchtig, saftig mit feinem Nussgeschmack.“ John kommt ins Schwärmen: „Ich liebe Rosinen, ein Traum, typisch amerikanisch.“

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Gemacht ist der flache, nach Pflaumen, Datteln und Aprikosen duftende Kuchen in kurzer Zeit. Zucker, Butter und Eier werden schaumig geschlagen und mit Mehl sowie Gewürzen verquirlt. In die Teigmasse werden anschließend die in Rum eingelegten Trockenfrüchte gegeben und gut verrührt. Anschließt muss der Früchteteig noch auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gestrichen werden. Vor dem Backen bekommt der Kuchen noch ein paar Belegkirschen und Pekannüsse auf die Mütze, dann geht es für rund 30 Minuten in den 175 Grad heißen Backofen.

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Es dauert nicht lang und aus der Ofentür strömt ein Duft, der jede Obstabteilung im Supermarkt in den Schatten stellt. „Ich habe unser Fruitcake-Rezept etwas abgewandelt“, sagt Michaela Reinhardt, während der Kuchen im Ofen zur Weihnachtsmusik aus dem Radio der Backstube Samba tanzt. „Eigentlich habe ich den Kuchen erst spät zu schätzen gelernt. Mein Rezept enthält im Vergleich zum amerikanischen Pendent nur halb soviel Zucker.“ Toll an dem Rezept ist aber, das jeder der es nachbäckt, die Früchte im Kuchen beliebig variieren kann, sagt Michaela. Statt Rosinen können Granberries oder Datteln statt Pflaumen verwendet werden.

Nach 26 Minuten klingelt der Wecker, der Früchtekuchen muss aus dem Ofenrohr. Zum krönenden Abschluss bekommt die amerikanische Spezialität noch einen Guss aus erwärmter Aprikosenmarmelade mit dem Pinsel verpasst. „Fertig“, sagt Michaela. Nun muss der Kuchen noch über Nacht durchziehen und abkühlen, dann steht dem winterlichen Fruchtgenuss nichts mehr im Wege. Rund vier Wochen hält sich die Leckerei später im Kühlschrank. „Für den Fruitcake gibt es bei mir keine Uhrzeit“, sagt John lachend. „Den kann ich immer naschen.“

 

Artikel und Bilder : Arnd Hartmann

 

Tags: NZ, Fruitcake, Eggnog
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